GemÖk²!
Gemeinsame Ökomonie hoch zwei - die Projektidee zum Netzwerk kollektiven Wirtschaftens.


Erstes bundesweites Treffen:

*10.-12. Februar 2012*
*im Tagungshaus in Kirchvers*
(
Anfahrt hier klicken)
*Teilnehmer_innen sollten in einer Gruppe gemeinsamer Ökonomie sein oder zumindest Erfahrung mitbringen.*
*Anmeldung bis 1. Februar: info@gemeinsame-oekonomie.net*

Die Initiative zu diesem Treffen entstand auf einem ersten Treffen zu gemeinsamer Ökonomie in Kassel im Oktober 2011.

Hier ganz öffiziös:

Einladung zur Transformation gemeinsamer Ökonomien / Finanzkooperativen in eine „GemÖk²“


Was ist die derzeitige Praxis?

Eine Gruppe füllt sich einen Topf, aus dem sich die Beteiligten individuell bedienen können; Gemeinsame Ökonomie, Finanzkooperation

Die nächste Dimension: mehrere Gruppen füllen sich einen Topf, um sich individuell daraus bedienen zu können: gemeinsame gemeinsame Ökonomie, Gemökhochzwei oder Finanzkokooperation, Finanzkooperationhochzwei


Warum?!

...zum Beispiel für ein soziales Sicherheitsnetz über die eigene Gruppe hinaus.

  • dadurch Wechsel des Lebensortes möglich ohne Komplettverlust des Lebenszusammenhangs, der gemeinsamen Ökonomie, der Gruppe

  • gemeinsame Altersabsicherung ohne Verlust beim Gruppenwechsel möglich, dadurch mehr individuelle Sicherheit beim Kollektivieren von Vermögen

  • mehr gemeinsame Ressourcen die einfacher nutzbar werden

  • größere kollektive Infrastruktur

  • größere gemeinsame Stabilität

  • größere Freiräume jenseits des Arbeitsverwertungszwangs

  • größere politische Bedeutung und Ausstrahlungskraft


Wir wollen uns an diesem ersten Wochenende mit weiteren Vorteilen und den Befürchtungen auseinandersetzen. Erste Schritte zur strukturellen Umsetzung sollen durchdacht und gemacht werden.



Hier ein kleiner Artikel, wie er in der aktuellen Ausgabe von Contraste erschienen ist.

Finanzkooperativen und Gemeinsame Ökonomien in der neuen Dimension

Am letzten Oktoberwochenende trafen sich 30 Menschen in Kassel zu einem Austausch über die Erfahrungen, Probleme und Lösungsansätze in ihren Gemeinsamen Ökonomien und Finanzkooperativen. Großen Anklang fand die Idee, Gemeinsame Ökonomien von Finanzkoops, Kommunen und nicht-kommerziellen Zusammenschlüssen zu einer großen gemeinsamen Ökonomie zu verbinden: GemÖk hoch zwei – GemÖk². Die Entwicklung eines umsetzbaren Modells geht weiter am 10.-12.2.2012 in Kirchvers bei Gießen.

30 Menschen die sich kaum kennen, ein selbstverwalteter Veranstaltungsort und eineinhalb Tage Zusammenarbeit: die Feedbackrunde am Sonntag Nachmittag zeigte, dass viele der TeilnehmerInnen weit mehr positive Erlebnisse, Kontakte, Anregungen und Ergebnisse mit nach Hause nahmen als sie erwartet hatten. Schon die intensive Vorstellungsrunde am Samstag morgen zeigte, dass sich eine Vielzahl an sehr unterschiedlichen Finanzkooperativen und Gemeinsamen Ökonomien zum Vernetzungstreffen versammelt hatten. Da viele Finanzkoops und GemÖks ausschließlich im Privaten agieren und in der Öffentlichkeit wenig sichtbar sind, konnten viele neue Bekanntschaften gemacht werden.

Die Formen und Modelle, individuelle Einkünfte gemeinsam zu nutzen waren vielseitig: mal zwei, mal 80 Leute in einer Gruppe teilten sich nur ein Konto oder viele Einzelkonten. Manche Gruppen legten ihre Einkünfe zusammen um den Alltag zu bestreiten (Alltagsökonomie), einige auch Erbschaften, Rücklagen und Schulden (Vermögensökonomie). Menschen, die mit ihrer GemÖk in gemeinsamen Gebäuden wohnen, staunten über Praxen von Gruppen, deren Mitglieder in unterschiedlichen Regionen leben. Mit dabei waren auch BewohnerInnen der Kassler Kommunen, Personen aus Finanzkooperativen im Umbruch und Interessierte ohne aktuelle GemÖk-Gruppe.

Unterschiedliche Erfahrungshintergründe der TeilnehmerInnen zeigten sich bei den Arbeitsgruppen am Samstag. Sie diskutierten über Finanzkoop-übergreifende Altersvorsorgemodelle und unterschiedliche Möglichkeiten, Vermögen in die GemÖks einzubringen ohne die damit verbundenen Ängste zu ignorieren. Austausch gab es auch über die unterschiedlichen Erfahrungen im Umgang mit PartnerInnen, Kindern und Eltern, wenn sie finanzielle Verbindungen mit den Finanzkoops haben, aber nicht daran teilnehmen. Auch kleinen GemÖks wurde nochmal in der Arbeitsgruppe zum Thema „politisch Relevanz“ ihre Bedeutung durch die Vernetzung mit anderen Gruppen bewusster.

Gemeinsame Gemeinsame Ökonomie – GemGemÖk – GemÖk hoch zwei

Viel Energie wurde aufgebracht für konkrete Formen der Vernetzung. Ein sehr weitgehender Schritt dahin war die Idee einer finanziellen Vernetzung von Finanzkoops, Kommunen und ähnlichen solidarischen Wirtschaftsformen, genannt GemÖk². Durch die GemÖk², so die Hoffnung, entsteht mehr Sicherheit, Stabilität und Durchlässigkeit unter den ökonomischen Gruppen. Die Vorstellung, bei Verlassen der eigenen Bezugsgruppe nicht zwangsläufig aus der gemeinsamen Ökonomie, Alterssicherung und dem sozialen Netzwerk heraus zu fallen, faszinierte viele der Mitdiskutierenden. Dieses Modell könnte auch den Bedürfnissen unterschiedlicher Lebensphasen gerechter werden. Andere wiederum reizte, dass die politische Relevanz durch die stärkere Außenwahrnehmbarkeit erhöht werden könnte.

Bei der begonnenen Entwicklung des GemÖk²-Modells haben sich erste Kriterien und Bedürfnisse herauskristallisiert. Zum Beispiel war den TeilnehmerInnen wichtig, bisherige soziale Bezüge, wie die eigene Finanzkoop, Kommune usw. in der GemÖk² beibehalten zu können. Eine erste Idee war, in diesen bestehenden Bezügen – den sogenannten „Kuschelökonomien“ oder „Mögensökonomien“ - weiterhin die Alltagsökonomie zu regeln, auch wenn das Geld in eine große gemeinsame Kasse fließt. Die Frage der Vermögensökonomie blieb noch unkonkreter, zumal manche mitdiskutierende Gruppe bisher noch keine hatte. Es wurde jedoch deutlich, dass das Kollektivieren des eigenen Vermögens attraktiver wird, wenn es in einer größeren Gruppe organisiert ist. Das weiter zu entwickelnde Modell soll mit einfachen und durchschaubaren Regelwerken machbar sein, zusätzlichen sozialen Stress vermeiden und den Bisherigen in den „Kuschelökonomien“ verringern.

Einladung zur Weiterentwicklung von GemÖk²

Wir laden Euch ein, bei der Weiterentwicklung der GemÖk² mitzumachen. Wichtig ist uns dabei, dass Ihr entweder selbst in einer Form der Gemeinsamen Ökonomie lebt oder damit bereits länger Erfahrungen gesammelt habt. Wir treffen uns vom 10.-12. Februar in Kirchvers bei Gießen. Dort werden wir die Projektentwicklungsgruppe GemÖk² bilden. Ein späterer Quereinstieg wird dann vorerst nur noch durch Patenschaft einer TeilnehmerIn möglich sein, damit die Kontinuität der Weiterentwicklung gewährleistet werden kann.

Wir freuen uns auf den Austausch mit euch und darauf, diese aufregende Idee weiter voran zu treiben.